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Kleines Lexikon zur Sprache der Bergleute
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Abteufen
Anlegen (Auffahren) von Grubenbauen senkrecht nach unten (Schächte).
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Alter Mann
Bereich unter Tage, aus dem die Kohle bereits entnommen wurde.
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Aufbereitung
Beim Kohleabbau wird neben der Kohle auch Gestein gefördert. In der
Aufbereitung wird die Kohle von diesem Gestein, den Bergen, getrennt.
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Ausbau
So nennt der Bergmann die Maßnahme, "das Hangende zu
beherrschen", d. h. die Decke oben zu halten. Früher war es Holz,
das im Streb als "Stempel" gesetzt wurde. Heute sind es schwere,
massive Stahlschilde, die hydraulisch bewegt werden und so für
bestmögliche Sicherheit sorgen. In den Strecken benutzt man Stahlbögen.
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Berge
Berge nennt man das taube Gestein, das neben der Kohle gewonnen wird, das
aber nicht brennt. Es wird z. B. im Straßenbau benutzt oder muss auf
Bergehalden abkippt werden.
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Bergehalde
Die Bergehalde ist eine künstliche Aufschüttung. Dort wird das taube
(nicht brennbare) Gestein aufgeschüttet, das zusammen mit den Kohlen von unter Tage
gefördert und sonst nicht weiter verwertet wird.
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Bergschäden
Der Steinkohlenabbau unter Tage bewegt die Erdoberfläche. Diese
Bewegungen wirken auf die dort stehenden Gebäude ein. Es können z. B.
Risse in den Hauswänden entstehen. In einigen wenigen Fällen hat ein
Haus so starke Schäden, dass es abgerissen werden muss. Der
Bergbauunternehmer hat gesetzlich die Pflicht den Eigentümer des
Gebäudes zu entschädigen.
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Braunkohle
Zwischenstadium bei der Entstehung von Steinkohle. In Nordrhein-Westfalen
sowie in den neuen Bundesländern ein wichtiger Energierohstoff zur
Stromerzeugung.
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Bunker
Großer, sehr hoher Raum unter Tage, in dem Kohle oder Berge
zwischengelagert werden.
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CO-Filter-Selbstretter
Filtergerät, das bei Grubenbränden das giftige Kohlenmonoxyd (CO) in
Kohlendioxyd (C02) (= Bestandteil der AtemIuft) umwandelt. Der Bergmann
gewinnt hierdurch Zeit, sich in frische Wetter (=unbelastete Luft) zu retten.
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Fernwärme
Durch Abwärme von Industriebetrieben aufgeheiztes Wasser, das zum
Heizen und als Warmwasser genutzt wird.
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Flöz
Ein Flöz ist eine Kohleschicht. Sie wurde vor Hunderten von Millionen
Jahren gebildet und erstreckt sich flächenhaft. Sie wird begrenzt durch
tektonische Störungen oder aber das Flöz "vertaubt", d. h. die
Kohleschicht wird immer dünner und verschwindet allmählich.
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Förderkorb
Der Förderkorb sieht aus wie ein Fahrstuhl mit mehreren Etagen. Es
werden damit Kohlewagen oder auch bis zu 60 Bergleute befördert.
(Gestellförderung)
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Förderband
Transportmittel aus Gummi oder Kunststoff, das ohne Unterbrechung
Kohle und Berge von unter Tage nach über Tage fördert.
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Förderer
Fördereinrichtung aus einer Stahlrinne, in der eine umlaufende
Stahlkette das zu fördernde Gut mitnimmt.
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Fördermaschine
Große, heute elektrisch angetriebene Maschine, die den Förderkorb im
Schacht auf und ab bewegt.
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Förderung
Unter Tage wird heute die Kohle zunächst im Kettenförderer, bei
längeren Strecken über Förderbänder aus Gummi oder durch Zugbetrieb
gefördert.
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Frischluft
Atemluft von über Tage, die nach unter Tage transportiert wird. Der
Bergmann sagt dazu auch "Frischwetter".
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Füllort, das
Es befindet sich in der Nähe des Schachtes und ist eine (Mz.
Füllörter) hallenartig erweiterte Strecke. Hier ist der
"Verladebahnhof" für die Kohle am Schacht.
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Geleucht, das
Sicherheitslampe, die als Kopflampe am Schutzhelm angebracht ist. Sie
wird durch eine wiederaufladbare Batterie (Akku) versorgt.
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Grubengas
Das bei der Kohlegewinnung ausströmende Gas nennt man auch Sumpfgas
oder Methangas (CH4). Es entsteht überall dort, wo sich Pflanzenreste
zersetzen. In der Grube wird es abgesaugt und kann verbrannt werden.
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Grubengebäude
Als Grubengebäude bezeichnet man alle Strecken, Schächte und
Hohlräume, die man unter Tage angelegt hat.
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Hängebank
"Entladestation" für die Kohle über Tage. Von hier betritt der
Bergmann den Förderkorb.
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Hangende
Das Hangende sind die Gesteinsschichten über dem Bergmann. Im Streb
bezeichnet man damit die "Decke" des Arbeitsraumes.
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Karbon, das
Von lat."carbo" = die Kohle. Zeitabschnitt in der Altzeit
der Erde, in dem die Kohle entstand. Die kohleführenden Erdschichten
nennt man ebenfalls Karbon.
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Knappe
Bergmännischer Facharbeiter, der die Knappenprüfung abgelegt hat.
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Knappschaft
Sozialversicherung der Bergleute. Sie umfasst die Kranken-, Unfall-
und Rentenversicherung.
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Kohlehobel
Kohlegewinnungsgerät im Streb, mit dem die Kohle nicht wie bei der
Schrämmaschine herausgefräst wird, sondern gehobelt oder geschält wird.
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Ladestelle
Bereich unter Tage, wo Kohle von einem Fördermittel auf ein anderes
geladen wird. Als Ladestelle bezeichnet man auch die Stelle, an der die
Kohle aus dem Bunker auf ein Transportmittel geladen wird.
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Lagerstätte
Das Vorkommen von Bodenschätzen im Gebirge bezeichnet man als
Lagerstätte.
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Mächtigkeit
Der Bergmann bezeichnet die "Dicke" des Flözes als
Mächtigkeit.
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Markscheider
Berufsbezeichnung für den Vermessungs-Ingenieur unter Tage. Er
erkundet Lagerstätten, zeichnet diese in Karten (Risse), gibt vor, wo und
wie diese abgebaut werden sollen und überwacht den Abbau.
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Maschinen
Heute laufen über 95 Prozent aller Maschinen unter Tage mit
elektrischem Strom. Der Rest wird wie früher mit Pressluft betrieben.
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Ort, vor
Ende einer Strecke. Arbeitspunkt, Arbeitsort unter Tage. (Mz. Örter).
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Revier
Das Revier ist das Gebiet, in dem von einem oder mehreren Bergwerken
Abbau betrieben wird. Einen zusammenhängenden Arbeitsbereich unter Tage
bezeichnet man als Revier.
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Schacht
Ein Schacht ist ein senkrecht in die Erde getriebener Stollen. Er
erschließt den Bergleuten die in der Tiefe liegenden Kohlen. Durch ihn
erfolgt der Transport der Kohle und des Materials. Die lebensnotwendige
Frischluft (frische Wetter) ebenso die verbrauchte Abluft (Abwetter)
werden über Wetterschächte zu- oder abgeführt.
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Seilfahrt
Die Seilfahrt ist die Personenbeförderung in das Bergwerk oder aus
dem Bergwerk.
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Skip-Förderung
Beförderung der Kohle nach über Tage in großen kübelartigen
Gefäßen.
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Sohle
Mit Sohle meint der Bergmann den "Fußboden" des
Gewinnungsraumes. Als Sohle bezeichnet der Bergmann ebenfalls ein
Stockwerk im Grubengebäude.
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Steiger
Aufsichtsperson im Bergbau mit besonderer Ingenieur-Ausbildung.
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Steinkohlenlagerstätte
Form der Lagerstätte, in der die Steinkohle als platt gelagerte,
horizontale oder geneigte Schicht vorkommt.
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Stollen
Ein Stollen ist ein waagerechter oder leicht geneigter Gang, der in
einen Berg hineingetrieben wurde. Er hat immer einen Ausgang (Mundloch)
zur Erdoberfläche.
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Stoß
Mit Stoß bezeichnet der Bergmann die Kohlewand, an der im Streb die
Gewinnungsmaschine (Walzenschrämlader) vorbeiläuft und die Kohle
herausschneidet (schrämt).
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Streb
Als Streb bezeichnet man den Arbeitsraum des Bergmanns, in dem er die
Kohle heute maschinell gewinnt.
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Strecke
Der Bergmann bezeichnet seine "Tunnel" unter Tage als
Strecken. Er kennt Richtstrecken und Querschläge. Die Richtstrecken
verlaufen in Richtung der Gebirgsschichten; die Querschläge rechtwinklig
hierzu.
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Tage, über
Dieser Ausdruck bedeutet: an der Tagesoberfläche.
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Tage, unter
Dieser Ausdruck bedeutet: in der Grube.
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Tagebau
Hierbei handelt es sich um Bergbau an der Tagesoberfläche. Man kann
alle Arbeiten vor, während und nach der Gewinnung von der Erdoberfläche
aus ausführen.
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Tektonische Störung
Tektonische Störungen sind Risse im Gebirge. Hier sind die
Gebirgsschichten gegeneinander versetzt. Sie sind im Laufe der
Erdgeschichte entstanden und bilden Schwachstellen im Gebirgskörper.
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Teufe
Bergmännischer Ausdruck für Tiefe.
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Torf
Frühes Stadium bei der Entstehung der Steinkohle auf
Pflanzenablagerungen.
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Vollschnittmaschine
Große Maschine zur Herstellung von Strecken unter Tage.
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Walzenschrämlader
Diese Maschine gewinnt heute die Kohle aus dem Kohlenstoß. Sie
besteht aus einem Motorteil mit bis zu . 500 kW und häufig 2 riesigen
Stahlwalzen von 2 m Durchmesser und mehr, die mit ca.l00 kleinen, spitzen
Stahlmeißeln besetzt sind. Damit schneiden ("schrämen") sie
die Kohle aus dem Flöz.
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Wasserhaltung
Alle Einrichtungen und Maßnahmen in der Grube, die dazu dienen,
beifließendes Wasser aus der Grube zu pumpen. Dazu zählen Wasserseigen
(seitliche Gräben in den Strecken), Sumpf (Sammelstelle für zulaufendes
Wasser) und Pumpwerke.
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Wetter
Die Bezeichnung für die Luft unter Tage. Die Frischluftzufuhr
(Bewetterung) wird durch "Wetterschächte" und
"Wetterschleusen" gesteuert. Riesige Ventilatoren saugen aus dem
einen Schacht die verbrauchte Luft ab. Dadurch strömt durch den zweiten
Schacht die gleiche Menge Frischluft nach unten.
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Zeche
Im Ruhr-Revier übliche Bezeichnung für Grube war ursprünglich eine
Bezeichnung für den Zusammenschluss von Handwerkern wie Zunft, Gilde oder
heute Innung. Eine andere Deutung dieses Wortes besagt auch, dass sich die
Bergleute in früherer Zeit sonntags an ihrer Grube trafen und
"zechten".